Hybrid VeloTaxi
Eine Verwandlung
in ein......
noch kein Plan
Übersicht
Auf diesem Weg kam das Velotaxi angehängt zu uns.
Der nächste Schritt ist nun, den Aufbau und die alte Elektrik aus diesem Gefährt zu entfernen.
So wie es dasteht, ist es ein richtig schwerer Panzer. Vielleicht lohnt es sich ja auch gar nicht, es fit zu machen. Wir werden es sehen, wenn der Ballast vom Rad entfernt ist. Sichtbaren Rost gibt es ja genug.
Spannend ist die alte Technik, die dann sichtbar wird.
Allgemeine Spezifikationen:
Abmessungen: 3,00 × 1,10 × 1,85 m (L × B × H)
Leergewicht: 240 kg (mit Akku-Set, ohne Passagiere, ohne Fahrer, ohne Gepäck, ohne Zuladung)
Maximale Nutzlast: bis zu 260 kg (Summe aus den Gewichten von Fahrer + Passagieren + Gepäck + Zuladung)
Maximale Gesamtmasse: 500 kg (Summe aus Leergewicht + maximaler Nutzlast)
Ich werde es am Ende auf die Waage stellen 😉.
Loslegen und Bestandsaufnahme
Auf den ersten Blick ist es ein ganz schönes Chaos, was man da hinten unter der „Sitzbank“ sieht.
Das Gefährt ist hinten gefedert, und die Federung scheint auch noch zu funktionieren. Die Akkus sind nicht vorhanden, dafür gibt es jede Menge abgeschnittener Kabel. Die Kette, die von vorne kommt, bedient nur das linke Hinterrad. Das rechte Hinterrad besitzt einen eigenen Motor, der seine Kraft über eine kleine Kette auf selbiges überträgt. Einen Controller habe ich auch gefunden. Er ist für einen Brushless-Motor mit 36 V. Das ist ja mal ein vielversprechender Anfang. Ein Display und ein Gasgriff sind am Lenker verbaut. Das Tretlager besitzt eine PAS-Scheibe für den Controller. Vielleicht geht ja da noch was.
Ein 36-V-Akku liegt hier zum Testen bereit, aber noch ist es etwas zu kalt.
Es wurden Bremsen vom Motorrad verwendet, was die ganze Sache ja etwas sicherer macht – wenn sie funktionieren.
Am Vorderrad habe ich schon einmal zwei lose Schrauben gefunden, die die Bremsscheibe festhalten sollen. Die Deichsel ist ein schneller Selbstbau, der für den ersten Transport notwendig war.
Abriss
Stück für Stück wird der Aufbau entfernt. Endlos viele Holzschrauben – aber es hat sich gelohnt. Nun sieht man recht gut, was an alter Technik vorhanden ist. Der kleine Käfer gesellte sich am Ende dann zu mir.
Einige Kilos fielen, und das Gefährt sah nun doch etwas leichter aus. Da ist sicherlich noch Potenzial zum Abreißen, aber nun muss erst einmal weiter getestet werden.
Alle Ketten sind ja noch voll rostig, die Räder drehen aber relativ leicht. Die ersten Meter ist es auch mit dem Bioantrieb gefahren – machbar, aber nicht empfehlenswert bei diesem Gewicht. Die Hydraulikbremsen taten, was sie sollten. Die Schaltung hakelt bei all dem Rost. Rückwärtstreten geht noch nicht mit dieser Kette.
Kabelsalat
Zeit, die ganze Elektrik zu entfernen. Benutzen kann man davon wohl nichts mehr.
Den Motor wollte ich aber schon noch vorab testen – wer weiß, ob er noch geht.
Ein Akku wurde an den vorhandenen Controller angeschlossen, und tada: Das Display ließ sich anstandslos einschalten.
Das Trike also kurzerhand hinten aufgebockt, um es zu testen. Der Gasgriff lässt den rechten Reifen in „Schrittgeschwindigkeit“ laufen.
Dreht man an der Kurbel, dreht der Motor das rechte Hinterrad viel schneller. Das ist ja mal eine sehr geile Überraschung!
So nun muss der Rest an Kabellage vom Rad. Vorsichtig wurden alle Leitungen vom Rad entfernt, der Motor sollte ja dabei nicht seiner Funktion beraubt werden.
Bremsen
Die drei Bremssättel sehen insgesamt noch sehr gut aus, die Beläge wie neu. Ich denke, sie sind noch nicht sehr lange am Trike – etwas angegammelt durch das Rumstehen.
Sie schleifen alle drei an den Scheiben; mal schauen, ob sich das noch legt. Das kostet natürlich etwas Kraft beim Fahren.
Hinten links
Hier gibt es Ersatz, falls nötig. Der Bremssattel stammt von einem Roller, der direkt am Motor hinten links angebaut ist. Sieht passend aus.
(Scheibenbremse SIP hinten links) Klick
Hinten rechts
Hier gibt es Ersatz wenn nötig. Der Bremssattel stammt von einem Roller.
(Bremssattel/Bremszange 600734 Original für Gilera Runner Stalker Piaggio NRG MC3 Power) als Suchbegriff. Klick
Vorn links
Das wird wohl der gleiche Bremssattel sein wie hinten rechts.
Einer der Beiden Bremsgriffe mit angegammelter Feststellfunktion, und der Bremsverteiler für die hinteren Bremsen.
Bremsflüssigkeit ist DOT4
Antrieb - Zwischengetriebe
Mal den Antrieb aufgeschlüsselt:
Alles noch alt, ölig und rostig.
Die Kette kommt von der vorderen Kurbel und geht auf das Zwischengetriebe.
Das Zwischengetriebe besteht aus einer normalen Hinterradnabe mit 7-Gang-Kranz und hat auf der anderen Seite ein zweites Freilauf-Ritzel.
Dieses Ritzel führt die nächste Kette nach hinten zu einer Welle mit dem nächsten Ritzel.
Die Welle mit dem Ritzel liegt genau im Zentrum des Schwingenlagers und bringt die Kraft über eine Welle, die durch das Schwingenlager führt, auf die linke Seite des Rahmens.
Die dritte Kette läuft dann über dieses Ritzel und einen Kettenspanner zum linken Hinterrad.
Wie die ganzen Ritzel auf den Wellen angebracht sind, haben wir noch nicht untersucht. Besonders das linke Hinterradritzel scheint eine Sonderanfertigung zu sein.
Was für ein Gewurschtel!
Auf der rechten Seite in der Schwinge wurde ein Vorderradmotor eingebaut. Dieser hat ein recht breites Ritzel auf der Scheibenbremsaufnahme montiert bekommen.
Eine breite Kette geht auf das Ritzel der rechten Radwelle und treibt dort dieses eine Hinterrad an. Welche Maße Kette und Ritzel haben, ist noch unklar.
Besser wenn das alles noch ne Weile hält ………
Rahmen - Federung - Maße
Der Rahmen ist schon recht massiv.
Rohrdurchmesser ca. 50mm * (+-1,8mm)
Hinterbau Quadratrohr ca. 50mm *(+-1,5mm)
Kastenschwing mit zwei Stoßdämpfern.
Trike Breite ca. 108-110c
Gewicht: Ohne Akku und irgendwelchen Aufbauten ca. 95kg
Der Rahmen vorn wurde entrostet und wird neu mit der Spraydose nachlackiert.
Die Schwinge und der Rahmen hinten werden entrostet dann zwei-dreimal mit Hammerschlagfarbe schwarz gestrichen.
Alle Chromteile werden so gut es geht vom Flugrost befreit
Lenkung
Der Lenker bedient über die Lenkstange zwei Spurstangen zur Gabel. Die Kugelköpfe sind noch ein Ordnung und haben kein Spiel. Die Lenkung fühlt sich sehr direkt.
Die Lenkkopflager haben die Maße ………. die wir noch heraus finden müssen.
Neuaufbau
….
Mittelmotor Shimano Steps E6000 Anprobe
Ein vorhandener Shimano Steps E6000 Motor sollte ursprünglich die originale Tretkurbel ersetzen.
Dieser sollten den Nabenmotor hinten unterstützen.
Es wurde aber schnell klar daß das ein heikles Unterfangen war, weil der Motor viel tiefer und die Kurbel insgesamt näher zum Fahrer gerückt wäre.
Dazu hätte der Pas-Sensor der Tretkurbel auf der linken Seite seine Funktion-Position aufgegeben.
Deshalb entwickelte sich der Plan ihn als Motor in die Antriebskette der Kurbel einzuschleifen.
Wäre dann noch eine Kette mehr in diesem Trike,
Zusätzlich zum Stepskettenblatt wurde eine Tretkurbel für die Steps Kurbelaufnahme vorbereitet. Der Kurbelarm wurde abgelegt. Passt gut zusammen und der Freilauf bleibt vorn erhalten.
Eine erste Anprobe sah Vielversprechen aus.
Die alte Kette wurde Pi mal Daumen benutzt um die Kettenlinien zu bestimmen.
Mittelmotor Shimano Steps E6000 Kette Nr. 4 im Antrieb
Die neue Steps-Halterung aus Hydraulikschellen und Winkelblechen scheint auf den ersten Blick gut zu funktionieren.
Die „alten“, zusammengeflickten Ketten laufen sauber. Alle sieben Gänge des Zwischengetriebes lassen sich ebenfalls nutzen, ohne dass die Kette abrutscht.
Der Motor wurde verkabelt und an den Akku angeschlossen, der so schön über dem Motor thront.
Die Kabel wurden notdürftig zusammengeflickt und provisorisch quer durch die Garage verlegt.
Es ist ja erst einmal nur ein Test – der Motor war bereits im ausgebauten Zustand so laut wie eine Turbine.
Beim Einschalten des Systems sah zunächst alles okay aus. Die Displaymodi ließen sich durchschalten, also dachten wir, alles sei in Ordnung.
Aber der Motor wollte nicht starten. Der Geschwindigkeitssensor arbeitete nicht mit dem Magneten des Heckmotors zusammen. Nachdem das behoben war, zeigte das Display wenigstens eine Geschwindigkeit an, der Motor lief jedoch immer noch nicht an.
Dann kam die Idee auf, dass eventuell der Tretsensor des Motors nicht ausreichend belastet wurde, da das Trike hinten hochgebockt war.
Mit leicht angezogener Rückbremse gab es schließlich ein Feedback vom Motor, und er lief turbinenlaut los. Der Tretsensor benötigte Last, die er im Normalbetrieb ja bekommen wird.
Modulare Plattform
….
Das Velotaxi im Internet
Erstaunlich was es schon früher gab und wir längst vergessen haben.
Das Velotaxi wurde im Jahre 2003 in Frankfurt eingeführt. Vor 2003 gab es keine Velotaxis in Frankfurt. Anfangs standen die Velotaxis nur vor der Hauptwache, ab 2005 auch vor der Messe und an anderen Stellen (vom Fahrer frei auswählbar), vor allem am Eisernen Steg (Mainbrücke für Touristen).
Damals kostete es 7€ pro Tag um ein Velotaxi auszuleihen und dem Fahrer war es gegönnt seine kläglichen, mickrigen Tageseinnahmen zu behalten, was jedoch einen Führerschein und eine (Schein)-Selbstständigkeit vorraussetzte. Kurfürstlicherweise wurden dem Fahrer auch seine Einnahmen komplett überlassen wenn es den ganzen Tag regnete, der große Kuchen der Einnahmen, welche sich mit dem Velotaxi durch Werbung generieren ließ (damals pro Taxi und Auftraggeber mindestens 1500€ monatlich), blieb kpl beim Verleiher. Auch war es anfangs möglich das jeder Fahrer eigene Preise machen konnte (bspw Frankfurt-Messe bis Hauptbahnhof = 20€) bevor die Preisliste eingeführt wurde und im Taxi aufgehängt wurde. Auch mussten sich die Fahrer regelmäßig waschen, weil ansonsten der Geruch der verschwitzten Muskelarbeiter der unteren Kaste regelmäßig in die Nase der in der Kabine sitzenden Anhänger der Haute-Couture zog. Die Taxis wurden auch bei Hochzeiten und als Shuttle bei Partys und Vernastaltungen auch im Umland bis nach Aschaffenburg eingesetzt. Heute gibt es für die Fahrer nur die Möglichkeit das Taxi monatlich (für ca 250€) zu leihen, die Tagesoption gibt es nicht mehr. Damals wie heute sind Fremdsprachenkenntnisse erwünscht um nebenbei den Reiseführer zu machen. Damals war es so das bei einer 8 Stunden Schicht der Akku nur ca die Hälfte des Tages hielt und die andere Hälfte mit reiner Tretkraft gefahren wurde. Manche Fahrer konnten aus ihrem Velotaxi ein florierendes Geschäft machen und haben an sonnigen Tagen bis zu 200€ verdient, andere haben nur rumgestanden. Anfangs standen noch normale Taxis an der Hauptwache, die Velotaxis wurden aber nicht als Konkurrenz wahrgenommmen.
Woher ich das weis: Eigene Erfahrung.
Quelle Veloforum
User:liegeroller
Es gibt sie überall und sie werden vielseitig genutzt
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Na da habt ihr euch ja nen tollen Renner angeschafft.
Viel Spaß beim Aufbau, ich werde den Bericht weiter verfolgen.
Georg
OMG Na viel Spaß und Geduld.